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Vontobel zu Swiss Re und dem Erdbeben in Chile |
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02.03.10 12:08 |
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Der Head of Financials bei der Bank Vontobel AG, Stefan Schürmann zum Erbeben in Chile und dessen Auswirkungen auf die Swiss Re:
[Stocknews.ch] Was kann man über die Höhe der versicherten Schäden in Folge des Erbebens in Chile sagen?
[Stefan Schürmann] Nach dem Verlustmodell von AIR könnten sich die versicherten Schäden infolge Erdbebens in Chile auf mehr als USD 2 Mrd. belaufen, was wahrscheinlich keine grosse Auswirkungen auf die Rückversicherer oder die Preisgestaltung bei Versicherungen bedeuten würde. Nach einem anderen Branchdienstleister, Eqecat Inc. könnten die versicherten Schäden aufgrund des Erdebebens mit der Stärke von 8.8, das am Samstag Chile heimgesucht hat, sich auf zwischen USD 3 Mrd. und USD 8 Mrd. belaufen. [Stocknews.ch] Dieses Beben hatte eine Stärke von 8.8, ist der Versicherungsanteil in Chile hoch?
[Stefan Schürmann] Ein Erdbeben mit einer Stärke von 8.8 auf der Richterskala ist ein sehr starkes Beben und der Versicherungsanteil in Chile ist relativ hoch, im Vergleich mit anderen lateinamerikanischen Ländern. Daher wird voraussichtlich ein grosser Teil der Schäden versichert sein. Zwar ist es für eine Beurteilung noch zu früh, das Erdbeben in Chile wird aber sicherlich einen grossen Verlust bei Rückversicherern auslösen, was gemäss den Verlustmodellrechnungen sowie unserer Marktanteil Einschätzung zu einer Bruttobelastung für Swiss Re zwischen CHF 200 Mio. und CHF 1 Mrd. führen könnte – sofern die höheren Schätzungen eintreten.
[Stocknews.ch] Wie stark wird die Swiss Re schliesslich betroffen sein und wie wird sich das auf das Geschäft auswirken?
[Stefan Schürmann] Unserer Meinung nach wird die Belastung nach Retrozession (Rückversicherung der Rückversicherer) in einem Bereich zwischen CHF 200 und CHF 500 Mio. liegen, was 6% bis 14% des geschätzten 2010E Vorsteuergewinns entsprechen würde. Swiss Re meldete eine Schaden/Kosten-Quote von 88.3% für das Jahr 2009, einschliesslich vier Prozentpunkte infolge von Naturkatastrophen. Unsere geschätzte Belastung würde etwa 1.5% bis 3.5% Prozentpunkte der Schaden/Kostenquote 2010E ausmachen. Die gute Nachricht ist, dass dieses Ereignis zwar allein zu keinen hoheren Rückversicherungspreisen führt, aber helfen wird, die Preise von Rückversicherungen für Naturkatstrophen auf einem niedrigen Niveau zu stabilisieren. Jedes weitere grössere Ereignis im Jahr 2010 würde aus unserer Sicht eine positive Auswirkung auf die Preisgestaltung haben. Wir danken: Stefan Schürmann Head of Financials / Analyst Bank Vontobel AG
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